Email, eMail oder E-Mail?

Veröffentlicht am 4. März 2021
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Verfasst von Annegret Scholz

Die elektronische Post ist aus dem heutigen Arbeits- und Privatleben kaum mehr wegzudenken. Trotzdem hat sich ihre korrekte Schreibweise noch nicht überall etabliert. Man findet ganz unterschiedliche Varianten, drei davon habe ich im Titel dieses Beitrags aufgeführt: Email, eMail oder E-Mail?

Korrekt ist dabei einzig und allein diese:

E-Mail

Warum ist das so?

Substantive schreibt man groß

E-Mail ist ein Substantiv, das sich vom englischen Begriff electronic mail ableitet. Im Deutschen werden Substantive großgeschrieben, auch solche, die aus einer anderen Sprache übernommen wurden, und auch solche, die sich aus mehreren Einzelbegriffen zusammensetzen. Folglich schreibt man auch E-Mail sowie die Kurzform Mail groß.

Zusammengesetzte Substantive schreibt man zusammen

Wenn man einem einfachen Substantiv ein anderes Wort voranstellt und so einen zusammengesetzten Begriff bildet, schreibt man den neuen Gesamtbegriff im Deutschen normalerweise zusammen: Reiskocher, Hutständer, Elektroauto.

Man könnte also theoretisch auch von Elektropost oder Elektromail sprechen. Eingebürgert hat sich aber die englische Kurzform, bei der Elektro noch einmal zu E abgekürzt wurde.

Einzelbuchstaben hängt man mit Bindestrich an

Weil es sich beim ersten Wortbestandteil nur um einen einzelnen Buchstaben handelt, wird dieser nicht mit dem zweiten Wortteil zusammengeschrieben, sondern mit einem Bindestrich angeschlossen: E-Mail.

Dasselbe gilt natürlich auch bei ähnlichen Wörtern wie E-Book, E-Auto, E-Bike sowie allen weiteren Begriffen rund um E-Business, E-Publishing und die E-Mobilität.

Ebenso verhält es sich mit anderen Zusammensetzungen, bei denen Einzelbuchstaben am Wortanfang stehen: Die A-Jugend kennt man aus dem Fußball, das B-Movie aus dem Kino, die D-Mark inzwischen nur noch aus der Vergangenheit. Aber in allen Fällen wird der einzelne Buchstabe am Anfang mit einem Bindestrich vom zweiten Teil des Wortes abgetrennt.

Ein weiterer Zusatz steht ebenfalls mit Bindestrich

Will man nun an so einen zusammengesetzten Begriff mit Bindestrich noch einen weiteren Bestandteil anfügen, wird dieser ebenfalls mit Bindestrich angehängt. So erkennt man weiterhin die einzelnen Bestandteile des Wortes.

Aus der A-Jugend wird also die A-Jugend-Mannschaft, aus der E-Mail wird die E-Mail-Adresse, das E-Mail-Postfach oder der E-Mail-Account.

Wenn man den Einzelbuchstaben am Wortanfang weglässt, darf man übrigens wieder komplett zusammenschreiben: Jugendmannschaft und Mailadresse brauchen keine Unterteilung.

Das Verb e-mailen schreibt man klein

Will man nun das Verb zum Substantiv E-Mail verwenden, schreibt man dieses klein – wie alle Verben: Wenn ich E-Mails verschicke, dann e-maile ich. Oder ich maile, denn beim Verb gibt es wie beim Substantiv auch die kürzere Form ohne e.

Die oder das E-Mail?

Hat man die korrekte Schreibweise von E-Mail intus, ergibt sich aber häufig gleich die nächste Unsicherheit: Welches Geschlecht hat E-Mail eigentlich? Ist die E-Mail oder das E-Mail richtig?

Standardsprachlich ist E-Mail in Deutschland weiblich, korrekt ist also die E-Mail (von die elektronische Post). Im süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Sprachraum findet man neben die E-Mail aber auch das E-Mail. Diese Variante gilt hier ebenfalls als korrekt. Beim Artikel hat man in diesen Regionen also eine gewisse Wahlmöglichkeit.

Und was ist mit Email?

Das Wort Email gibt es übrigens auch, darum wird es von der Rechtschreibprüfung Ihres Office-Programms nicht als falsch markiert. Mit elektronischer Post hat Email allerdings nichts zu tun. Dabei handelt es sich vielmehr um einen Schmelzüberzug, den man zum Beispiel auf Geschirr oder auf Blechschildern findet. Als alternative Bezeichnung dafür gibt es auch Emaille.

Mit den Artikeln ist es beim Schmelzüberzug im Übrigen auch nicht ganz einfach, es heißt nämlich das Email, aber die Emaille.

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